IGeL-Angebote in der Arztpraxis sind für viele Praxen ein Thema, das im Alltag immer wieder auftaucht, aber selten wirklich strukturiert angegangen wird. Dabei fragen Patientinnen und Patienten zunehmend nach zusätzlichen Gesundheitsleistungen, Prävention oder individueller Beratung und informieren sich parallel digital. Der Bedarf an Orientierung ist da und genau hier kann die Praxis mit klarer Kommunikation punkten.
Gleichzeitig ist nachvollziehbar, warum IGeL in manchen Praxen eher „nebenbei“ laufen: Es geht um Zeit, um Gesprächsführung, um Organisation und um eine saubere Privatabrechnung. Wer das Thema einmal sinnvoll aufsetzt, spart später Aufwand und sorgt für mehr Klarheit.
Wenn Sie die GOÄ als Grundlage schnell einordnen möchten, hilft diese Übersicht: https://pvs-westfalen.de/goae-gebuehrenordnung/
Warum IGeL-Angebote in der Arztpraxis oft nicht ausgeschöpft werden
In Gesprächen mit Praxen tauchen meist drei Gründe auf.
Erstens: Organisatorischer Aufwand. IGeL braucht klare Abläufe, von der Information über die Vereinbarung bis zur Abrechnung. Wenn das im Tagesgeschäft nicht sauber verankert ist, wird es schnell zur Zusatzbelastung.
Zweitens: Sorge um die Außenwirkung. Viele Praxen möchten auf keinen Fall den Eindruck erwecken, es gehe um „Verkaufen“. Genau deshalb sind Transparenz, Freiwilligkeit und eine sachliche Sprache entscheidend. Patientinnen und Patienten sollen ohne Druck entscheiden können. Eine gute Orientierung aus Patientensicht bietet auch die Verbraucherzentrale: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/aerzte-und-kliniken/igel-10-tipps-fuer-patientinnen-11695
Drittens: Kommunikationshemmnisse. Selbst wenn die Leistung medizinisch sinnvoll ist, fällt es manchen schwer, Nutzen, Grenzen und Kosten so zu erklären, dass es verständlich und fair wirkt.
IGeL-Leistungen anbieten: Was Patientinnen und Patienten wirklich erwarten
Viele Menschen wollen keine „Zusatzleistung um jeden Preis“. Sie wollen vor allem eine klare Einordnung. Was bringt die Leistung, für wen ist sie geeignet, welche Alternativen gibt es und was kostet sie?
Genau hier liegt die Chance: Wenn die Praxis sachlich informiert, stärkt das Vertrauen. Und Vertrauen ist im IGeL-Kontext wichtiger als jede Angebotsliste.
IGeL privat abrechnen: Warum Prozesse wichtiger sind als „mehr Angebot“
Damit IGeL-Angebote in der Arztpraxis nicht zur Dauerbaustelle werden, hilft ein einfacher Grundsatz: Ein Angebot ist erst dann gut, wenn es sich im Alltag leicht umsetzen lässt.
Das bedeutet in der Praxis vor allem, dass intern Klarheit herrscht: Welche Leistungen werden angeboten? In welchen Situationen passen sie? Wer klärt auf, wer dokumentiert, wer übernimmt die Abrechnung?
Gerade bei Privatabrechnungsthemen lohnt es sich, typische Stolperstellen früh zu vermeiden, zum Beispiel bei Begründungen und Nachvollziehbarkeit. Dazu passt auch dieser Beitrag zu Steigerungsfaktoren und sauberer Dokumentation: https://pvs-westfalen.de/steigerungsfaktoren-in-der-goae-spielraeume-nutzen-risiken-vermeiden/
Kommunikation: So wirkt IGeL transparent statt „verkaufsorientiert“
Die Haltung macht den Unterschied. Ein fairer Rahmen ist:
- medizinische Einordnung (Nutzen und Grenzen, für wen sinnvoll)
- Freiwilligkeit (keine Zeitdruck-Entscheidung)
- klare Kosteninformation vor der Durchführung
Rechtlich ist vor allem die wirtschaftliche Aufklärung wichtig, also dass Patientinnen und Patienten vorab wissen, dass es sich um eine Selbstzahlerleistung handelt und welche Kosten entstehen können.
Fazit: IGeL-Angebote in der Arztpraxis funktionieren mit Klarheit
IGeL-Angebote in der Arztpraxis werden dann gut angenommen, wenn sie medizinisch sauber eingeordnet, verständlich erklärt und organisatorisch gut eingebettet sind. Wer Transparenz schafft und Abläufe standardisiert, reduziert Reibung im Team und gibt Patientinnen und Patienten Orientierung, ohne Druck aufzubauen.
Wir unterstützen Sie!
Die PVS-Praxisberatung steht Ihnen zur Seite, wenn es darum geht, IGeL-Leistungen in Ihrer Praxis professionell und effizient umzusetzen. Mit Kommunikationstrainings, IGeL-Konzepten, Abrechnungslösungen und Mitarbeiterschulungen helfen wir Ihnen, das zusätzliche Potenzial zu heben.
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Ihr Team der PVS Westfalen-Nord Praxisberatung
Sybille Schultebraucks
Leitung Praxisberatung
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